WILLKOMMEN
EDITORIAL
WEHRPFLICHT MUSS BLEIBEN
Deutschland überlegt die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht. Sofort wollen selbsternannte heimische Militärexperten ins Wasser nachhüpfen und fordern das Gleiche für Österreich. Dass sich die Wehrpflicht bestens bewährt hat, scheint kein Thema zu sein.
Das Bundesheer samt einberufenen Präsenzdienern leistet in kritischen Situationen ausgezeichnete Arbeit. Denkt man an die Ungarn-Krise 1956, den Prager Frühling 1968 und den Jugoslawien- Konfl ikt 1991, so hätte sich ohne Wehrpfl icht wohl manches zum bitteren Nachteil für unser Land entwickelt. Ganz zu schweigen von den Katastrophenhilfe- Einsätzen des Bundesheeres, die ohne Grundwehrdiener nicht in diesem Ausmaß bewältigbar gewesen wären. Es drängt sich der Zivildienst-Aspekt auf. Die Wehrersatzdienstleister verrichten meistens sinnvolle und gute Arbeit. Ohne Wehrpflicht gäbe es keine Zivildiener (Siehe dazu unseren Artikel auf Seite 24). Rotes Kreuz, Pfl egeeinrichtungen etc. stünden über Nacht vor einem finanziellen Desaster. Auch käme die von Wehrpflichtgegnern geforderte Berufsarmee teurer. Es sei denn, man schränkt die Aufgaben so radikal ein, dass quasi die Heeres-Feuerwehr und ein paar Wachtposten genügen.
GENERÄLE DES FEINDES
Österreich besitzt bereits eine professionelle Armee – im Sinne von fachmännisch. Das beweisen viele Einsätze im In- und Ausland sowie das große Lob, das uns dabei Nationen mit höherem Militärbudget und die UNO aussprechen. Mit seinem Beharren auf der Wehrpfl icht liegt Verteidigungsminister Norbert Darabos daher richtig. Wenn medial geförderte Wehrdienstzerfleischer – einer davon macht gerade seine persönliche Erfahrung mit dem Konkursrecht – nun unsere Streitkräfte in ein Debakel treiben wollen, fällt mir der große Sun-Zi ein. In seinem Buch „Die Kunst des Krieges“ schrieb dieser chinesische Militärstratege und Philosoph schon vor 2500 Jahren: „Wenn man selber keine Generäle hat, leiht man sich die Generäle des Feindes. So muss man nicht tätig werden, sondern kann in Ruhe verharren. Was man selber nicht zustande bringt, erreicht man mit der Hand des Feindes!“ Nachdem Bundesheer-Gegner außer einem karenzierten Brigadier keine Generäle haben, ist dem nichts hinzuzufügen. .
Helmut Moser ,Chefredakteur EINSATZ - Magazin für Sicherheit, Wirtschaft und Sport
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