Am Mittwoch, 23. Mai führte die Polizei Wels am Vormittag eine groß angelegte Drogenrazzia mit gerichtlich angeordneter Hausdurchsuchung im Wohnhaus der mopäd GmbH (private Betreibe-rin einer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung) in Wels durch. Nachbarn berichteten von Drogenu-tensilien, die aus dem Haus getragen wurden und Drogenhunden, die den Außenbereich durchsuchten. Hintergrund des Einsatzes dürfte sein, dass einige Jugendliche mit Wissen der Betreuer in den Räumlichkeiten Drogen konsumieren und einige Jugendliche im Verdacht stehen, schwe-re kriminelle Handlungen begangen zu haben. Bei einer Kontaktaufnahme mit den Betreuern wurde der Polizeieinsatz bestätigt, wobei keine Drogen gefunden wurden.

Unbestätigten Gerüchten zufolge wird jedoch in den Räumlichkeiten regelmäßig Suchtgift kon-sumiert, dieses von den Betreuern auch abgenommen und vernichtet, jedoch nicht die Polizei ver-ständigt. Befremdlich ist in diesem Zusammenhang auch, dass viele der untergebrachten schul-pflichtigen Jugendlichen nicht die Schule besuchten, sondern sich ohne Konsequenzen in der Betreuungseinrichtung aufhielten.

Sollte sich im Zuge der polizeilichen Einvernahmen herausstellen, dass hier tatsächlich mit Wissen der Betreuer Drogen konsumiert werden und der Schulpflicht nur sporadisch nachgekommen wird, sind hier aus Sicht von Sicherheitsreferent Vizebürgermeister Gerhard Kroiß und Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Christa Raggl-Mühlberger entsprechende Maßnahmen und Konsequenzen seitens des Landes OÖ einzuleiten.

Vizebürgermeister Gerhard Kroiß: „Es ist absolut inakzeptabel, dass hier unter Aufsicht der Be-treuer Drogen konsumiert werden und die Schulpflicht vernachlässigt wird. Das Land OÖ als Auf-sichtsbehörde ist dringend gefordert, strenge, regelmäßige und unangekündigte Kontrollen durch-zuführen. Weiters muss eine entsprechende Hausordnung mit Durchgriffsrecht der Betreuer erlas-sen werden, um bei Nichtbeachtung entsprechende Konsequenzen setzen zu können.
Bei Suchtgift-Missbrauch darf es keine Toleranz in unserer Stadt geben. Und auch notorisches Schulschwänzen muss mit entsprechenden Maßnahmen und gegebenenfalls Anzeigeerstattung geahn-det werden.“

Vizebürgermeisterin Christa Raggl-Mühlberger:
„Von einer Einrichtung, die den Sozialhilfever-band OÖ pro Kind rund 6.000 Euro pro Monat kostet, darf erwartet werden, dass sie ihren sozialpä-dagogischen Aufgaben gerecht werden und verhindert wird, dass diese Schutzbefohlenen schon im jugendlichen Alter mit dem Gesetz in Konflikt kommen.“

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